Cradle of Humankind + Lion Park
Oktober 27, 2006
Letzten Samstag machte ich mich auf zur Cradle of Humankind.
Eine Hoele in der Gauteng Provinz (nahe Joburg), in der eines der aeltesten menschlichen Skelette gefunden wurde…
Nach dem Besuch der Hoele fuhr ich noch in den Lion-Park…ein kleineres Wildreservat in dem es Futterstellen fuer Loewen gibt, damit auch Touris wie ich sicher einen Loewen und Geparden zu Gesicht bekommen.
Aber seht selbst:

Aussergewoehnliche Tiere verlangen aussergewoehnliche Warnschilder

Shags am Rande der Autobahn…leider muessen viele Menschen hier so leben…

Ein Warzenschwein belagert den Parkplatz vor einem gesicherten Picknickplatz im Park. Mir wurde gesagt sie seien harmlos.
Als ich zurueck zum Auto kam, standen ein paar Leute um meinen Wagen herum und ich eilte schnell hin, um zu sehen was los ist…sie fotografierten nur das Warzenschwein waehrend es sich genuesslich an der Anhaengerkupplung meines Autos kratzte. Schwein gehabt…


Geparden beim Fressen…und Bueffel.
Jetzt hab ich die BigFive (Elefant, Nashorn, Loewe, Gepard, Bueffel) alle auf meinem Blog. JUHUU!!!
Nun noch ein paar Worte zu meinem Eindruck von den Suedafrikanern, die ich bis jetzt kennenlernen durfte:
Meine Erfahrungen sind bis jetzt durchwegs positive, da alle Menschen, mit denen ich bisher – egal auch wo – zu tun hatte, wirklich ausgesprochen gastfreundlich und hilfsbereit waren. Alle erzaehlen dir gerne ihre Geschichte – und sei sie noch so traurig – und sind stolz Suedafrikaner zu sein. Es leben hier Menschen von sehr viel unterschiedlichen Kulturen, Staemmen und Laendern, was natuerlich auch zu Reibungspunkten und eben Kriminalitaet fuehrt…
Als Aussenstehender jedoch ist es hauptsaechlich ausserst interessant, so viele verschiedene Lebensweisen kennenzulernen!
Eine der wichtigsten Freizeitbeschaeftigungen ist in jedem Falle das Braaien (grillen). Ein Braai ohne ein mindestens tellergrosses, 4 cm dickes Beef-Steak ist kein Richtiges! Hab auch schon gesehen, das ein paar Leute zum Fleisch ne Semmel gegessen haben…is aber nich so haeufig.
Das haeufigste Gespraechsthema ist das Wetter (haben sie wohl von der englischen Kolonialzeit geerbt). Das Interessante daran ist, dass es eigentlich bestaendig warm (zur Zeit ca. 30-35°C) ist und es somit eigentlich nichts darueber zu reden gibt, ausser, wann es denn endlich Regen gibt. Der darf aber dann auch nicht allzu lange andauern, da sonst die Stimmung schnell kippt…der Mensch braucht hald immer was zum Beschweren, wenn er auch hier ansonsten eher anspruchslos ist…
Ausserdem sind Autos hier ein grosses Thema.
Es gibt Unmengen an Autohaendlern und fuer jedes Auto mindestens eine Tankstelle. Auf den Strassen sieht man alles an Autos, was die Menschheit bislang produziert hat. Vom neusten BMW bis hin zum Oldtimer. Man muss dazu sagen, dass all die alten Autos (Kaefer, …) in wirklich sehr gutem Zustand (zumindest optisch) hier rumfahren, was daran liegt, dass es das ganze Jahr ueber relativ trocken und warm ist und somit die Autos erst gar nicht anfangen zu rosten!
Der Renner ist der Golf 1 (hier: Citi Golf), der in Suedafrika noch immer produziert und jedes Jahr in ner neuen Version unters Volk gebracht wird…Groessere Geldbeutel fahren jedoch auch hier groessere Autos, vor allem “spritsparende” Bakkies! Der Benzin kostet hier derzeit ca. 0,65 Euro und ist somit natuerlich viel zu teuer…
Diese Autoveruecktheit liegt natuerlich viel daran, dass es das Verkehrsmittel Nummer 1 ist. Dies ist auch eines der wenigen negativen Dingen hier in SA – es existiert quasi kein funktionierendes bzw. sicheres oeffentliches Transportsystem.
Fuer mich der Hauptgrund weshalb die WM2010 hier fraglich sein koennte…
Zum Abschluss moechte ich euch noch eine sehr schoene Seite Suedafrikas praesentieren:

Nach der Arbeit den Sundown am Pool geniessen…
Pilansberg Nationalpark
Oktober 18, 2006
Dieses Wochenende wars also so weit und ich belohnte meine ersten beiden Arbeitswochen mit nem Game Drive (Safari).
Ich machte mich also am Samstag Morgen um 5 Uhr mit Zelt und Verpflegung auf den Weg zum ca. 180 km entfernten Pilansberg Nationalpark. Dies ist mit ca. 50000 Quadratkilometern ein etwas kleineres Naturreservat, sollte aber fuer mich als Training fuer den Kruger mehr als genug sein. Ausserdem sind die Chancen die Big Five in nem kleineren Park zu sehen natuerlich grosser als in dem riesigen Kruger.


So passierte ich gegen 7 Uhr das Gate zum Park und der Waerter fragte mich auch gleich ob dies mein erstes Mal sei und ob ich denn nicht Angst haette ganz allein auf die wilden Tiere zu stossen…natuerlich hatte ich keine Angst! Ich war ja auch bald in bester Gesellschaft…


Als nach ca. einer halben Stunde Fahrt durch die holprigen Strassen durch den Busch die erste Giraffe ploetzlich vor mir auf dem Weg stand ueberkam mich dann doch ein mulmiges Gefuehl, das sich wieder 20 Min. spaeter bei der Begegnung mit nem Nashorn sehr verstaerkte und mir die selbstsicheren Worte gegenueber dem Waerter schon leid taten…


Ich troestete mich jedoch selbst mit den Worten, die ich schon von so viel Menschen hier v.a. bezueglich der Situation im Land gehoert habe: you get used to it! Und so wars dann auch und ich konnte meine Zeit in vollen Zuegen geniessen, auch wenns gefaehrlicher ist als man denkt. Vor allem die paar ungeschuetzten Meter die man vom Auto zu Fuss zu den Toren zu den gesicherten Picknick- und Hidepoints “rennt”. Auch in den gesicherten Picknickareas fuehlte ich mich so ganz allein nur sehr schwer wohl, denn was interessiert einen Elefanten schon so ein Maschendrahtzaun…
Hab den Tag ueber dann ne ganze Menge Tiere geschossen, mit meiner Kodak Easyshare 7430, nur leider bekam ich keine Raubkatzen zu Gesicht…sind halt gut getarnt die Viecher…



Die Nacht verbrachte ich im Safaricamp, wo mich gleich ein paar Rugby-Verrueckte Suedafrikaner einluden, das Finale der suedafrikanischen Rugbyliga mit ihnen zu kucken, was ich dann auch machte. Es endete unentschieden und so mussten sich beide Teams den Pokal und die Meisterschaft teilen…was soll das denn bitte?
Am Sonntag startete ich bereits um 5:45 in den Park, um Nachmittags wieder die Heimreise nach Pretoria anzutreten.

Hi and Welcome to Jacaranda-City (bzw. Pretoria, bzw. Tshwane)
Oktober 12, 2006
Moechte euch hier genau wie Seb ueber diesen Blog etwas teilhaben lassen an meinem Abenteuer Praktikum in Pretoria, Suedafrika.
Leider ist DSL hier noch nicht ueberall so verbreitet wie in heimischen Gefilden, so wundert euch nicht, wenn ich mich hier etwas kurz fasse und eMails erst nach gewisser Zeit beantworte…
Seit meiner Ankunft am Flughafen in Johannesburg sind nun 2 Wochen vergangen und die Menge an fremden aber auch gewohnten Eindruecken, die ungefiltert auf mich einprasseln, nimmt weiterhin zu!
Ich wohne hier etwa 10 Min. ausserhalb vom Stadtzentrum in einem Vorort der da heisst „Meyerspark“ – eine typische Wohngegend mit hohen Zaeunen und Toren um jedes Haus, sowie mindestens 2 Wachhunden.
Pretoria selber hat ca. 1 Mio Einwohner und lebt sozusagen idyllisch im Schatten ihrer grossen Schwester Johannesburg. Was jedoch nicht heisst, dass es hier nicht ausserst geschaeftig zugeht auf den Strassen. Das Leben findet jedoch hauptsaechlich in grossen Shopping- und Freizeit-Malls in den Vororten statt, da die Innenstadt meist gemieden wird. Der Grund dafuer liegt hauptsaechlich an den Shoppingmalls ausserhalb und dem Parkplatzproblem, weniger an der Sicherheit, die zumidest waehrend des Tages kein Problem darstellt…
Die meiste Zeit habe ich bis jetzt natuerlich an meiner Arbeitsstelle (und auf dem Weg dahin und wieder zurueck…) verbracht.
Ich bin derzeit damit beschaefftigt im Labor verschiedenste Messungen durchzufuehren (Korngroessen, Viskositaeten, …). Zum Arbeitsklima kann ich mich bis jetzt nur positive aeussern, da alle hier sehr freundlich und hilfsbereit sind und auch der Spass nicht zu kurz kommt.
Meine verrueckten Arbeitskollegen Malusi und Steven.
Auf meinem taeglichen, 1-stuendigen Weg zur Arbeit direkt durch Pretoria liegen die Union-Buildings, von denen man eine geniale Sicht ueber die Stadt hat!
Das Gefaehrlichste auf den Strassen Pretorias sind sicherlich die Minitaxis! VW-Busse, die ohne Ruecksicht auf Verkehrsregeln und Speedlimits, meist hoffnungslos ueberfuellt, durch die Strassen springen und ohne Vorwarnung Vollbremsungen einlegen, um Passagiere ein- bzw. auszuladen…. Ein grosser Sicherheitsabstand ist ratsam.
Die Strassen sind gesaeumt mit Jacarandas, ein Baum, urspruenglich aus Australien, der im Fruehling (also Oktober/November) strahlend violett blueht und auch einen sehr angenehmen Bluetenduft verbreitet.
Das Stadtzentrum Pretorias vom Unionbuilding aus.
Im Hintergrund auf dem Berg ist das Vortrekker-Monument zu erkennen.
Ein Unfall den ich heute morgen auf meinem Weg zur Arbeit beobachtet habe. Festzustellen ist, dass hier bei jedem Unfall sofort mindestens drei Abschleppdienste noch vor Polizei oder Sanitaeter zur Stelle sind, um ein Geschaeft zu machen. Ich bekam jedoch den Rat mich keinesfalls darauf einzulassen, da sie versuchen die Leute im Schock dazu zu draengen, zu unterschreiben und man wird sein Auto lange suchen muessen.
Seit letzten Freitag fahre ich dieses Auto…kostet mich jeden Tag ca. 10 Min. bis ich das Teil in die Garage gezwaengt habe…
mäx ist…
September 29, 2006
„eingesperrt im Paradies“
und hat leider kein Internet…
(moni)


