Am Sonntag war ich mit meinem Arbeitskollegen Malusi und seiner Tochter Mpumi in Johannesburg und den umliegenden Townships unterwegs. Er wollte mir die andere Seite Suedafrikas zeigen und da er selbst in Soweto (dem groessten und bekanntesten Township Suedafrikas) geboren und aufgewachsen ist, gibts wahrscheinlich keinen besseren Guide… Ausserdem waer es sehr unvernuenftig, um nicht zu sagen gefaehrlich, sich als Weisshaut allein dort zu bewegen…


Malusi und seine Tochter Mpumi
Hab sie heimlich fotografiert, da er eigentlich nicht wollte das ich ihn mit seiner alten kurzen Hose und T-Shirt fotografiere…in Sachen Eitelkeit macht den Ureinwohnern dieses Landes keiner was vor ;)

Soweto ist mit 2 Mio. Einwohnern der groesste Township Suedafrikas (Townships sind sozusagen die, meist sehr aermlichen, Vororte der Schwarzen) und deshalb bekannt, weil dort Mitte der 70er Jahre der Widerstand schwarzer Studenten gegen das Apartheidsregime begann und bis zu dessen Sturz 1994 viel Protest und Gewalt beider Seiten stattfand.
Heute ist Soweto jedoch eher ein “nobler” Township im Vergleich zu allen andren und Anlaufstaette fuer einige Touristen.
Ich hatte das Glueck auch Malusis Oma treffen zu duerfen und so eines der kleinen Haeuser von innen zu sehen.


Der Rand Sowetos vom Freeway aus


Irgendwo mitten in Soweto…


Ein typisches Haus
Wie man sieht ist es in drei “Haeuser” unterteilt, in dem in jedem, ich will gar nicht wissen wie viele, Menschen “wohnen”


Verkauft wird alles…


Ein sogenanntes “Hostel”, eine Reihenhaussiedlung in Soweto


Aber auch das sieht man in Soweto heutzutage

Auf dem Weg nach Soweto, sind wir durch einen zentralen Stadtteil Johannesburgs gefahren, genannt Hillbrow.
Dies ist nach Malusis Angaben die mit Sicherheit gefaehrlichste Gegend Suedafrikas. Leider konnte ich nicht wirklich Fotos machen dort, da selbst Malusi Angst hatte und mich immer dazu ermahnt hat, nicht stehenzubleiben (auch an Stopschildern…).
Das Problem an dem Stadtteil ist, dass dort Banden von illegal eingewanderten Nigerianern, … herrschen. Die Leute bei denen ich wohne hatten selbst mal ne Mietwohnung in diesem Stadtteil, die sie vermieteten, aber seit dem sich nach dem Ende der Apartheid die Sicherheitslage so dramatisch verschlechterte, wurde auch diese Wohnung einfach besetzt und existiert quasi nicht mehr…dort hinzugehen ist unmoeglich…


Hillbrow

Dann hat mir Malusi noch den beruechtigsten und “fertigsten” Township Suedafrikas gezeigt, Alexandria (kurz: Alex).
Leider war auch dort fotografieren eher schwierig, zumal ich ja gefahren bin und staendig den Menschen, Tieren, Taxis, Schlagloechern,…ausweichen musste und das moeglichst ohne stehenzubleiben.
Der Township besteht jedenfalls nur noch aus heruntergekommen Wellblech- bzw. Holzbehausungen und ist definitiv der dreckigste Platz den ich jeh gesehen habe! Dennoch sind die Strassen (bzw. Gaesschen) gesaeumt mit wohlgelaunten Menschen…


Alexandria von oben


Noch mehr Alex, mit dem townshipeigenen Friedhof im Hintergrund


Die Hauptstrasse durch Alexandria, mit vergleichsweise wirklich “noblen Villen”

Das war also die andere Seite Suedafrikas, von der man eigentlich, wenn mans nicht drauf anlegt, absolut nichts mitkriegt! Die meisten meiner weissen, suedafrikanischen Bekannten hier kennen diese Teile auch wirklich nur aus Erzaehlungen und wuerden nie im Traum dort hingehn. Dafuer muss man aber auch Verstaendnis haben!


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